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Häufig gestellte Fragen
Gesundheit und Engagement sind bedeutende Determinanten der Einsatzfähigkeit der Einsatzkräfte in der polizeilichen und nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr der Bundesrepublik Deutschland.
Nationale und internationale Studien liefern Erkenntnisse, wonach besonders jene Einsatzkräfte aus extrem belastenden Einsatzen mit psychischen Traumafolgeschäden hervorgehen, die bereits im Vorfeld durch Anforderungen und Belastungen im Einsatzalltag sowie durch bestimmte Merkmale der organisations- und arbeitsbezogenen Rahmenbedingungen belastet sind. 2. Was sind die Ziele der Studie? Das übergeordnete Ziel besteht in der Erarbeitung von praxisorientierten wissenschaftlichen Grundlagen, die dem Erhalt der Einsatzfähigkeit und der Gesundheit von haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften im Bevölkerungsschutz dienen. 3. Was versteht man in der Arbeitswissenschaft unter "Organisationsprofil"? Der Begriff Organisationsprofil ist relativ weit verbreitet; zumeist wird darunter die Struktur einer Organisation verstanden, die häufig in einem Organisationsorganigramm abgebildet wird. Die Kombination "harter" struktureller und "weicher" psychologischer und sozialer Merkmale ergibt ein genaueres Bild von Organisationen und ihren Rahmenbedingungen. 4. Was soll im Einzelnen untersucht werden? Es werden Anforderungen und Belastungen sowie Organisationsprofile in unterschiedlichen Einsatzorganisationen in der Gefahrenabwehr sowie ihre kurz- und langfristigen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Engagement der Einsatzkräfte untersucht. Eine besondere Rolle kommt dabei den Merkmalen des Organisationsklimas zu. 5. Wie profitieren die Behörden/Organisationen von der Teilnahme an der Studie? Die frühzeitige Rückmeldung von Ergebnissen der Untersuchung zu allgemein belastungsrelevanten bzw. engagementförderlichen Profilen ermöglicht es den Verantwortlichen, even-tuell. erforderliche komplexe Optimierungsprozesse im Gesamtsystem der Behörden und Organisationen einzuleiten. Bisherige Untersuchungen erlaubten noch keine Aussagen zum Zusammenwirkungen unterschiedlicher Belastungen und Ressourcen. Wird eine spezifische Einzelauswertung der eigenen Behörde bzw. Organisation gewünscht, so sollte dies mit der Projektleitung frühzeitig geklärt werden. 6. Wie profitieren die Bundesländer von der Teilnahme an der Untersuchung? Die politisch Verantwortlichen in den teilnehmenden Bundesländern profitieren von der vergleichenden Analyse der unterschiedlichen Behörden und Organisationen im kooperativen und arbeitsteiligen System der Gefahrenabwehr in ihrem jeweiligen Bundesland. Es ergeben sich differenzierte und mehr oder weniger prioritäre Veränderungsbedarfe. Weitere Bundesländer könnten von der Übertragbarkeit auf ihre Struktur in den Bereichen profitieren, in denen vergleichbare Strukturen auch vergleichbare Optimierungsprozesse nahe legen. 7. Welche Studienregionen sind für die Untersuchung vorgesehen? Da ein breites Spektrum vom Arbeits- und Organisationsprofilen über das Bundesgebiet verteilt anzutreffen ist, sollen im Verlauf der Untersuchung auch potenzielle Unterschiede sowohl zwischen ländlichem Raum und Städten/Ballungsräumen als auch zwischen Nord- und Süddeutschland bzw. Ost- und Westdeutschland herausgearbeitet werden. Daher wurden als mögliche Studienregionen die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (jeweils Untersuchung im ländlichen Raum) ausgewählt. Für die Untersuchung im städtischen Bereich sind die Städte Hamburg, Bremen, Stuttgart, Freiburg, Chemnitz, Leipzig, Erfurt, Berlin und Frankfurt/Main vorgesehen. 8. Welche Organisationen werden in die Studie einbezogen? Die Besonderheit der Untersuchung besteht darin, dass verschiedene behörden- und organisationsspezifische Konstellationen von Stressoren und Ressourcen (sogenannte Organisationsprofile) über einen längeren Zeitraum untersucht und miteinander verglichen werden sollen. Deshalb werden sowohl Einsatzkräfte als auch Führungskräfte der Polizei (Landespoli-zei und Bundespolizei), des Rettungsdienstes, der Feuerwehr (Freiwillige Feuerwehr und Berufsfeuerwehr) und des Technischen Hilfswerkes untersucht. 9. Welche Methoden kommen zum Einsatz? Mit welchem Zeitaufwand ist zu rechnen? Die Studie setzt sich zusammen aus einer schriftlichen Erhebung bei Einsatzkräften der Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und des THW sowie Interviews mit ausgewähl-ten Führungskräften der jeweiligen Organisationen oder Behörden. 10. Welche Einsatzkräfte sollen untersucht werden? Wir sind sehr daran interessiert sowohl für die Feuerwehr, die Polizei, als auch für den Rettungsdienst und das THW ein jeweils möglichst breites Spektrum an tätigkeitsspezifischen Anforderungen abzubilden. Bei den Einsatzkräften soll eine möglichst merkmalsrepräsentative und damit große Stichprobe hauptamtlicher und ehrenamtlicher Einsatzkräfte der polizeili-chen und nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr (Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, THW) in der Bundesrepublik Deutschland untersucht werden. Deshalb würden wir gern Einsatzkräfte aus allen Bereichen der jeweiligen Dienste als Studienteilnehmer/-innen gewinnen. 11. Wie viele Einsatzkräfte sollen untersucht werden? Aufgrund der methodischen Überlegungen wäre eine Mindestgruppengröße von ca. 200 Studienteilnehmern/-innen je Organisation/Behörde und Studienregion (Stadt/Landkreis), die zu beiden Erhebungswellen antworten, wünschenswert. 12. Wie können möglichst viele Einsatzkräften zur Teilnahme motiviert werden? Erfahrungen aus den vorangegangenen Erhebungen erbrachten - berücksichtigt man die Verteilung ohne persönliche Erinnerungsschreiben - durchschnittliche, aber auch gute bis sehr gute Rücklaufquoten von bis zu 49%. Dabei spielten folgende Faktoren sicher eine motivierende Rolle:
Um jedoch die Belastungen der Einsatzkräfte durch Untersuchungen dieser Art möglichst gering zu halten, wurden bisher wenig oder nicht untersuchte Studienregionen und Behörden bzw. Organisationen der Gefahrenabwehr ausgewählt. 13. Sollen in beiden Erhebungswellen dieselben Einsatzkräfte befragt werden? Die schriftliche Erhebung (Fragebogen) bei den Einsatzkräften erfolgt zu zwei verschiedenen Zeitpunkten (erste Erhebungswelle im 4. Quartal 2006, zweite Erhebungswelle voraussichtlich im 4. Quartal 2007). Um zwischenzeitliche Entwicklungen und Veränderungen abbilden zu können, werden die Einsatzkräfte, die an der ersten Erhebungswelle beteiligt waren, auch zum zweiten Zeitpunkt befragt. Darüber hinaus werden bei der zweiten Erhebungswelle auch "neue" interessierte Einsatzkräfte in die Befragung einbezogen, während es vorkommen kann, dass Einsatzkräfte der ersten Erhebung nicht mehr teilnehmen können oder möchten. 14. Wie viele Führungskräfte sollen interviewt werden? Hinsichtlich der Auswahl und Anzahl der zu interviewenden Führungskräfte aus den verschiedenen Organisationen und Behörden findet derzeit innerhalb der Projektgruppe der fachliche Klärungsprozess statt, so dass hier vorerst noch keine konkreten Angaben möglich sind. Voraussichtlich wird sich die Mindestteilnehmerzahl jedoch auf ca. 20 Führungskräfte belaufen, so dass nicht zwangsläufig bei jeder an der Studie beteiligten Organisation oder Behörde auch ein Führungskräfteinterview durchgeführt wird. Wichtig erscheint auch hier, eine möglichst große Vielfalt abzubilden. 15. Ist der Datenschutz gewährleistet? Selbstverständlich werden die Angaben in den Fragebögen bzw. die Aussagen der Interviews streng vertraulich behandelt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt in erprobter anonymisierter Form. Rückschlüsse auf einzelne Personen oder Organisationen/Behörden sind somit nicht möglich. Hinsichtlich weiterer organisationsinterner Belange sichern wir selbstverständlich ebenfalls vollständigen Datenschutz zu. 16. Kann eine Behörde bzw. Organisation eine eigene Auswertung und somit Ergebnisse erhalten, die sich ausschließlich auf ihr spezifisches Profil beziehen? Zunächst stehen die grundsätzlichen wissenschaftlichen Fragen zum Einfluss von Organisationsprofilen auf Gesundheit und Engagement im Einsatzwesen allgemein sowie die übergeordneten Stichprobenvergleiche (Hauptamt vs. Ehrenamt; Vergleich Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Ost vs. West; Nord vs. Süd) im Vordergrund. Es können jedoch auch Einzelauswertungen am Ende der Projektlaufzeit erfolgen. Hierzu bedarf es frühzeitiger Absprachen mit der Projektleitung, um entsprechende Ressourcen planen zu können. 17. Welche Aufgaben haben die teilnehmenden im Zusammenhang mit der Studie? Die durch die zweimalige Befragung der Einsatzkräfte und die Führungskräfte-Interviews entstehenden administrativen Aufgaben sind erfahrungsgemäß gering und beschränken sich auf den befristeten Befragungszeitraum. Unterstützung erhoffen wir uns bei der logistischen und technischen Organisation der Aushändigung und Rücksendung der Fragebögen (z. B. über interne Verteiler). Unsere Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass dies ohne großen personellen Aufwand zu bewerkstelligen ist. Darüber hinaus wäre es sehr hilfreich, wenn jede Einsatzorganisation eine Person benennt, die dem Projektteam als Ansprechpartner/-in zur Verfügung steht und organisationsintern als Multiplikator für das Forschungsprojekt fungiert. Dies beinhaltet zum einen die Teilnahme an den halbjährlich stattfindenden Treffen der Steuerungsgruppe (siehe dazu auch "Aufgaben der Steuerungsgruppe") sowie die dementsprechende Weitergabe der Informationen über Inhalte, Zeitplan und Ablauf der Erhebung an die eigenen Einsatzkräfte aber auch weitere interne Gremien wie Personalrat, Betriebsrat etc. Dabei sichern wir dem/der Ansprechpartner/-in natürlich unsere volle Unterstützung durch persönliche Anwesenheit und Information zu. 18. Welche Kosten entstehen den teilnehmenden Behörden/Organisationen durch die Untersuchung? Durch die Untersuchung entstehen den teilnehmenden Behörden und Organisationen keine zusätzlichen Kosten! Reisekosten zu den Treffen der Steuerungsgruppe trägt das Projekt, sofern sie nicht behördenintern übernommen werden. 19. Was ist eine Steuerungsgruppe, wie setzt sie sich zusammen und welche Aufgaben hat sie? Die jeweilig von den an der Untersuchung teilnehmenden Behörden und Organisationen zu benennenden Ansprechpartner/-innen treffen halbjährlich in einem halb- bis eintägigen sogenannten "Steuerungsgruppentreffen" an einem zentralen Ort in der Bundesrepublik Deutschland zusammen. Die Steuerungsgruppentreffen dienen dem fachlichen Austausch und der operativen Planung. Diese betrifft einerseits die Schaffung von Akzeptanz der Einsatzkräfte durch Informationsvermittlung sowie andererseits die Planung der Verteilung der Fragebögen unter Berücksichtigung dienstlicher Belange und terminlicher Besonderheiten der Einsatzorganisationen.Die Steuerungsgruppenmitglieder sollten die Funktion von Moderatoren wahrnehmen, die den notwendigen fachlichen und praktischen Informationstransfer zwischen Projektteam und Behörde/Organisation gewährleisten und dazu beitragen, Reibungsverluste und Mehrbelastungen auf beiden Seiten zu vermeiden oder so gering wie möglich zu halten. Zugleich sollten sie als Multiplikatoren auch (Zwischen-)Ergebnisse im Dienste einer raschen Rückmeldung in die Behörden und Organisationen zurückmelden. Je nach Anreiseweg ist für die Treffen der Steuerungsgruppe jeweils ein voller Arbeitstag anzusetzen. 20. Werden vom Projektteam vorab Informationen zur Organisation/Behörde bzw. zum Personal benötigt? Sollten Sie uns vorab Informationen zur Organisation/Behörde bzw. zum Personal übermitteln können, wären wir Ihnen sehr dankbar. Die Kenntnis der Grundgesamtheit und administrativer Hintergründe ermöglicht uns die Planung der Anzahl der zu verteilenden Fragebögen aber auch die Einschätzung der Repräsentativität der Ergebnisse. Wir sichern Ihnen vollständigen Datenschutz hinsichtlich interner Belange zu. Weitere Absprachen hierzu erfolgen detailliert in der Steuerungsgruppe. 21. An wen wende ich mich bezüglich weiterführender Informationen zum Forschungsprojekt? |
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